Die Entscheidung zum Wohnmobil

Die Entscheidung zu einem Wohnmobil ist eigentlich im letzten Herbst gefallen. Hintergrund ist die Tatsache das meine Frau gerne mehr unterwegs sein würde und mehr erleben möchte, ich aber eher der häusliche Typ bin. Ich verzichte nicht gern auf mein Sofa, meinen Laptop und meine gewohnte Umgebung. Da man aber als guter Ehemann kompromissbereit sein sollte haben wir uns zusammen Gedanken gemacht wie man mehr erleben, sehen und zusammen machen kann, ohne auf die Bequemlichkeiten der eigenen Umgebung völlig zu verzichten.

Der Vorschlag meiner Frau zum Thema Camping traf bei mir auf völlig taube Ohren, ich bin weiß Gott überhaupt kein Camper, eher der Typ zurückhaltender Programmierer und habe ich so meine Probleme mit echten „Campern“. Für diese Art von Urlaub muss man ein völlig anderer Mensch sein. Ich kenne einige dieser Menschen und verstehe was sie am Campingplatz und den Leuten dort mögen, ich hingegen habe nach ein paar Versuchen entschieden „Nee!“ – das ist nix für mich!

Die Entscheidung in Richtung Wohnmobil fiel, als meine Frau mal wieder über unser Familienauto, einem VW Caddy meckerte, der nach ihrer Meinung, bei gerade einmal fünf Jahren auf dem Buckel, zu viele Macken hätte. Da die Finanzierung noch ein bisschen läuft, und ich bei den Mängeln immer darauf hinweisen muss, das dieses Auto auch nur knapp 16K gekostet hat und man nicht die Maßstäbe eines 40K-Autos anlegen sollte, kam der erste Vorstoß in Richtung größeres Auto mit Möglichkeiten zum Übernachten selbstverständlich von meiner Frau.

Als Mann der Tat (lacht ruhig), habe ich sofort das Internet durchforstet um Informationen, Möglichkeiten und Preise zu erfahren. Eins stand ziemlich schnell fest: das Thema wird nicht billig!

Ein Wohnmobil ist ein ziemlich teurer Spaß, egal welche Art man haben möchte.
Es tat sich schnell eine völlig neue Welt auf mit Begriffen wie: Wohnkabine, Kastenwagen, Alkoven, teilintegriertes Wohnmobil oder vollintegriertes Wohnmobil. Zuerst nur abstrakte Begriffe, die schnell in für mich sinnvolle Begriffe umgesetzt habe.

Ein vollintegriertes Wohnmobil ist eigentlich das, was man als richtiges Wohnmobil bezeichnen kann. Ein Teilintegriertes ist ein Wohnwagen auf einem Kleintransporter, der ziemlich genauso viel platz bietet wie ein Vollintegriertes. Ein Wohnmobil mit Alkhoven ist einer, mit einem Gnubbel auf dem Dach, worin man schlafen kann und der auch reichlich platz bietet, weil man ja über dem eigentlichen Wohnraum schläft. Ein Kastenwagen ist ein Lieferwagen, Kleinbus oder Van mit einem Innenausbau der dieses Fahrzeug zum Wohnmobil macht, bekanntester Vertreter dürfte hier der VW-Bus sein. Dann noch die Wohnkabine, die im Prinzip ein kleiner Wohnwagen ohne Räder ist, der auf die Ladefläche von Pickups oder Kleinlastern geschnallt wird.

Der Ausspruch meiner Frau „Ich fahre aber nicht mit solch einem Riesenschiff zum Einkaufen!“ begrenzte die Auswahl der Möglichkeiten sofort um einen großen Teil. Aber wie meist hat sie schon recht, da dieser Wagen zugleich auch das Familienauto wäre, mit dem man zum Einkaufen und so weiter fährt, macht sich ein Monster von sieben Meter nicht so gut.
Meine Großartige Idee, dann eine Wohnkabine zu nehmen, und einen Pickup zu fahren, stieß bei meinem Sohn auf völlige Zustimmung (logisch), bei meiner Frau auf ein eher zurückhaltendes „Schau mal was das kostet und wie groß die so sind.“ Kurz gesagt, es kostet nicht viel weniger, oder je nach dem was man will sogar mehr, als ein normales Wohnmobil und hat dafür recht wenig Platz. Einziger Vorteil ist der austauschbare Fahrzeugteil und die Möglichkeit die Kabine herunterzunehmen, was meine Frau aber mit „So ein Teil will ich nicht im Garten haben!“ abschmetterte.

Blieben also noch kürzere Alkoven-Wohnmobile und Wohnmobile im Format Kastenwagen/Van. Bei denen es auch eine ziemlich breite Palette von Arten, Größen und Formen gibt, was einem die Auswahl nicht leichter macht.

Mittlerweile hatte mich der Gedanke an die verschieden Möglichkeiten eines Wohnmobils gefesselt, ich konnte zum einen Unterwegs sein, trotzdem auf meinem Sofa (Sitz) herumlungern. Ich musste zwar einige Abstriche machen, konnte mir aber schon vorstellen, dass ich damit klar kommen konnte. Außerdem bedeutete Unterwegs zu sein zugleich auch neue Motive für meine Kamera zu finden und so endlich auch diesem Hobby wieder mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Schlussendlich stand nun also bei uns beiden (bei meiner Frau trotzdem mehr als bei mir) fest, dass wir ein Wohnmobil haben wollten. Die Entscheidung welcher Art dieses sein sollte und wie viel wie dafür investieren konnten/wollten blieb aber weiterhin offen und in Diskussion.

–fb

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